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| Aktuelles Interview
hier wird auch erklärt was es mit dem Namen WINDMINISTER auf sich hat. |
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| Internationale Rezensionen gibt es hier | ||||||||||||||||||
| Plattenkritik, AudiophileAudition ( USA ), höchste Wertung ( 5 Sterne ) für Bootsmann von Windminister : Diese unglaubliche Platte von einem wirklich unbekannten deutschen Label (www.windminister.de) erschien an meiner Tür ohne jegliche Fanfare oder Hype irgendwelcher Art, und das Cover sagt so wenig aus, dass ich auf den ersten Blick nicht wusste was ich daraus machen sollte. Das einfache Vierseiten - Booklet, welches zur Platte gehört, enthält nur ein Foto der beiden Gitarristen, Olaf Wegener und Eberhard Klunker, und Text der erklärt, daß die Platte ausschließlich erste und einzige Takes enthält, ohne Overdubbing, Nachbearbeitung, Equalization oder Kompression irgendwelcher Art. Die Hybrid-Stereo-SACD wurde aufgenommen und gemastert in DSD. Die Platte ist sehr im gleichen Geist wie die äußerst populäre " Friday Night in San Francisco " von vor einigen Jahren, aber ohne so viel Flamenco Einfluss wie auf jener Platte. Man hört das Eröffnungsstück, Bootsmann , ich war sofort davon gefangen - das Stück beginnt mit relativ einfachem Wechselspiel der zwei Gitarristen ( Wegener auf der linken Seite und Klunker auf der rechten ). Es beschleunigt sich auf in der Mitte, um zu einer voll erblühten Tour-de-Force von kompliziertem Fingerpicking und harmonischen und stilistische Wechseln zu werden - Ich war total überwältigt von dem was ich hörte! Diese Typen könne mit voller Kraft spielen, und nicht anders als der große, späte Michael Hedges, benutzen sie ihre Gitarren um Klänge hervorzubringen, die mich dazu brachten immer wieder die Wiederholungstaste zu drücken um noch mal zu hören-bei dieser Musik ist es teilweise kaum vorstellbar, dass sie von nur zwei Gitarren kommt! Plattenkritik, GuitarNoise ( USA ), höchste Wertung ( 5 Sterne ) für Bootsmann von Windminister : Zuerst eine kurze Vorstellung der Mitglieder von Windminister: Dieses deutsche Duo besteht aus Olaf Wegener und Eberhard Klunker, zwei Freunden, die ein Team bilden um die Musik zu produziern die sie gerne spielen, anders als einem Weg zu folgen den so viele andere gehen. Ein mutiger Schritt, aber hat es funkioniert ? Englische Originaltexte hier |
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Ostthüringer Zeitung vom 8.5.2007 Windminister begeistern Schleizer Publikum Liebhaber exzellenter Gitarrenmusik kammen am Freitag bei einem Konzert des Gitarrenduos "Windminister" in der Schleizer Stadtkirche voll auf ihre Kosten. Der Kunstverein Löhma als Veranstalter hatte wegen der idealen akustischen Voraussetzungen in das Gotteshaus eingeladen, da die beiden virtuosen Instrumentalisten ausschließlich auf akustischen Gitarren spielen und dabei auf jegliche elektronische Verstärkung verzichten. Musikalisch orientieren sich die beiden einzigartigen Musiker an der Klassik. Dabei vermischen sie ihre Kompositionen gekonnt mit Passagen und Elementen von Jazz und Rock. Eberhard Klunker und Olaf Wegener, ersterer exzellenter Gitarrist bei " Modern Soul" und Wegener als Drummer., der später wieder zum Gitarrenspiel zurückfand, setzten zusammen mit der bekannten Hansi-Biebl-Blues-Band musikalisch äußerst anspruchsvolle Akzente. Zu Beginn des zweistündigen Konzertes in der Schleizer Stadtkirche interpretierten Klunker und Wegener ihre Suite D-Dur, ein brilliantes 50-Minutenstück mit den Sätzen Introduktion, Variation und Hirtenmelodie sowie Improvisation und Finale. Beide beherrschen ihre Instrumente akribisch perfekt und sie spielen ihre Instrumente voll aus. Das Repertoire besteht ausschließlich aus Eigenkompositionen, die vornehmlich auf Interaktion aufgebaut sind. Es ist nicht übertrieben zu behaupten, dass diese beiden Künstler in ihrer Art internationale Spitze sind. In ihrem Stück " Bootsmann " verarbeiten Eberhard Klunker und Olaf Wegener ihre Emotionen während ihrer " Republikflucht " im Jahre 1975 , als beide 16 Stunden mit einem Schlauchboot über die Ostsee ruderten und schließlich an die schleswig-holsteinische Küste getrieben wurden. Beide bleiben musikalisch bis heute zusammen. Nach zwei weiteren Titeln von ihrer aktuellen CD verabschiedeten sich beide Künstler mit zwei Zugaben von ihrem begeisterten Schleizer Publikum, das dei Stadtkirche gut zur Hälfte füllte. ( W. Schubert ) |
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Melodie & Rhythmus, Juni / Juli 2005
FEATURE Windminister Zwei Hansi Biebl-Musiker gründen nach ihrer Flucht nach Westberlin die Gruppe Windminister, in der auch Renft, Schoppe und Ufholz spielen.Heute sind die Windminister ein erstklassiges Gitarrenduo. Das Cover zeigt ein rotes Gummiboot auf einem großen Gewässer. Zwei Leute siitzen drin und kämpfen gegen die Wellen. Der Titel heißt "Bootsmann", die Malerin Christiane Wunder. Der erste Titel der CD trägt denselben Namen wie das Bild.- Gut, es ist ja nicht das erste Mal, dass ein Bild zu Tönen inspirieren kann. Nur, verhält sich in diesem Fall alles etwas anders. die Malerin ist eigentlich Musikerin und das Bild entstand nach einer abenteuerlichen Flucht zweier Musiker aus der DDR in die BRD über die Ostsee. Eine Story, die 1975 eine große deutsche Boulevard-Tageszeitung mit vier Buchstaben zu einer Mehrteiler-Doku veranlasste. Eberhard Klunker und Olaf Wegener hatten am 11. September 1975 von der Insel Pöhl aus in einem aufblasbaren Gummiboot die DDR verlassen. Ein Schritt, der wohl auf die eine oder andere Art die Gedanken von vielen kreativen Menschen in diesem Land, die nicht über einen Reisepass verfügten, bestimmte. Im Fall von Eberhard und Olaf, die damals 23 und 24 Jahre alt waren, wuchs die Idee zu einem Plan und endete schließlich in diesem Abenteuer. Aus heutiger Sicht geradezu lebensgefährlich - nicht nur wegen der Schießbefehle an der Grenze (eine Kugel in das Luftpolster hätte ausgereicht) sondern auch wegen der Gefährlichkeit der Ostsee mit ihren tückischen Wellen. Aber die alte Lady war wohl gnädig gestimmt... Bei nacht und Nebel ließen sie alles zurück, was ihnen zum Teil auch lieb und teuer geworden war. Beide hatten sich als Musiker in der DDR bereits einen guten Namen gemacht. Eberhard hatte schon in der Modern Soul Band und bei Klaus Lenz gespielt und Olaf war mit Medoc und Reinhard Lakomy unterwegs gewesen. Zum Zeitpunkt der Flucht gehörten sie zur Hansi- Biebl-Blues-Band und konnten sich über mangelnden Erfolg nicht beklagen. Die Begegnung mit neuen Einflüssen und Denkweisen blieb ihnen aber durch den "Eisernen Vorhang" verwehrt. Biebl erfuhr von der Flucht durch die Kripo und musste fortan ohne die beiden exzellenten Musiker auskommen... Er konnte es aber verschmerzen und blieb den beiden wohl gesonnen. Die beiden ruderten 16 Stunden ohne Unterbrechung und betraten dann den Boden der Bundesrepublik. Sie waren ein eingespieltes Team. Nicht nur, dass sie bereits seit vielen Jahren befreundet waren und gemeinsam Musik machten, sie hatten auch fleißig den Umgang mit dem Schlauchboot und das rudern geübt. Eberhard ruderte bis zur Erschöpfung, Olaf schöpfte wie ein Besessener mit einem kleinen Eimer das Wasser aus dem Schlauchboot, das bei jeder Welle überschwappte. In der Weite der Ostsee und dem Dunkel der Nacht verliert man schnell das Gefühl für Zeit und Raum, berichtet Eberhard Klunker von diesen unvergesslichen Stunden. Ein kleiner Kompass wies ihnen den Weg und am Vormittag des nächsten Tages erreichten sie den Strand von Dahme in Schleswig-Holstein. Durchgefroren, klitschnass und mit tiefen Wunden an den Händen (Gitarrist!) wurden die beiden von Badegästen empfangen und schließlich in Lübeck in der Medizinischen Akademie aufgenommen. Ein paar Tage später waren sie wieder in Berlin - auf der anderen Seite der Mauer. Danach begannen Eberhard Klunker und Olaf Wegener als Duo, in verschiedenen Clubs ihre Brötchen mit Musik zu verdienen. Ihr Anspruch: akustische Gitarrenmusik mit Einflüssen aus Jazz und Blues. 30 Jahre ist die Flucht in diesem Jahr her. Ein Datum, das durchaus einen Rückblick zulässt. Dazwischen lagen Jahre in den USA und in Holland und immer wieder Berlin. Klunker und Wegener spielten teils gemeinsam, teils allein und in verschiedenen Bands, verloren sich aber nie aus den Augen. 1980 wurde der Versuch unternommen, eine Band zu gründen."Windminister" war der Name und neben Eberhard Klunker und Olaf Wegener gehörten Klaus Renft, Thomas Schoppe (Moster) und Christiane Wunder (in der DDR als Christiane Ufholz unter anderem Sängerin bei LIFT) dazu. Die hatten inzwischen die DDR ebenfalls verlassen und suchten nach Möglichkeiten, ihre musikalischen Ambitionen umzusetzen. Mit der damligen Technik wurden sie aber ihren eigenen Ansprüchen nur ungenügend gerecht. Bei einem Konzert in (West-) Berlin saßen (laut späterer Recherchen von Eberhard) schließlich acuh noch eingeschleuste Stasi-Leute im Publikum, um gegen die Band Stimmung zu machen. Man wollte einen Erfolg im Westen wohl mit allen Mitteln verhindern... Keine guten Bedingungen für einen Start. Das Projekt wurde schließlich aufgegeben. Die Musiker machten auf unterschiedliche Weise allein oder in anderen Bands weiter. Das alles ist lange her und rückblickend haben sich die Ereignisse von damals relativiert. Seit 1997 machen Eberhard Klunker und Olaf Wegener wieder gemeinsam Musik. Von dem Bandprojekt ist ihnen schließlich noch der Name WINDMINISTER geblieben, unter dem Klunker und Wegener als Akustik-Duo jetzt die vorliegende CD verlöffentlicht haben. ein Hörgenuss der ganz besonderen Art. Lange Zeit gelang es den beiden nicht, trotz überzeugender Live-Auftritte die Musik zufriedenstellend aufzunehmen. Bei den Konzerten komplett auf Verstärker und Lautsprecher verzichtet, weil die Lautsprecher die Fülle der Klänge nicht mal ansatzweise wieder geben können. Einzige Möglichkeit wäre, jede einzelne Saite mit einem eigenen Tonabnehmer zu versehenen, dem dann eigene Verstärker und Lautsprecher angeschlossen wären.Wer aber soll so etwas abmischen? Zumal nicht nur jeder Titel neueingestellt werden müsste, sondern auch einzelne Passagen immer wieder anders klingen. Schließlich war dies auch einer der Gründe, weshalb das Bandprojekt erstmals scheiterte. Das lässt erahnen, welchen Anspruch die beiden an sich und ihre Musik stellen. Mit neuer Aufnahmetechnik ist jetzt aber ein ansprechender Silberling entstanden. Bei dem Album könnten die Hörer vermuten, die Musiker hätten mit elektronischen Tricks gearbeitet und einige Passagen nachbearbeitet. Das ist aber definitiv nicht der Fall. Lange Töne wurden mit einem Bottleneckrohr erzeugt. Es ist erstaunlich wie Akustikgitarren Drums, Bass, Becken und sogar Hall hervorbringen können. Ein wirklicher Ohrenschmaus. Es handelt sich dabei um eine Super Audio CD, die die besondere Atmosphäre von WINDMINISTER- Konzerten nachempfinden lässt. Eberhard Klunker bezeichnet den Stil als Fusion. Die Wurzeln aus Klassik und Jazz sind dabei unüberhörbar, die Grenzen zwischen U- und E-Musik dabei fließend. Das kann nur in einem Konzert wirklich erlebt werden. Als Nebenbei-Musik in einem Club eignet sich so etwas kaum. Die Musik trägt schließlich autobiografische Züge. Im "Bootsmann³ hört man direkt den Kampf gegen die Wellen und die Emotionen einer abenteuerlichen Flucht. Die CD ist sicher nichts für Leute, die zwischen Fernsehkrimi und Party unterhalten werden wollen. Hier liegt der Anspruch an die Hörer etwas höher. aber selbst audiophil veranlagte Menschen kommen dabei auf ihre Kosten. Und für die gibt es noch eine gute Nachricht: WINDMINISTER will Ende diesen Jahres eine Surround Sound CD herausbringen. TEXT: TINA TORGE |
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Märkische Allgemeine 27.10.2005 So war das mit der Flucht Eberhard Klunker über seine Schule und eine riskante Gummiboot-Fahrt KÖNIGS WUSTERHAUSEN Vor mehr als 30 Jahren hat Margit Schinkel mit Eberhard Klunker gemeinsam in Königs Wusterhausen die Schulbank gedrückt. Jetzt holte die Geschichtslehrerin den einstigen Schulkameraden, der als Gitarrist Karriere machte, nach Königs Wusterhausen zurück. Er trat am Dienstag mit seinem Kollegen Olaf Wegener im Friedrich-Schiller-Gymnasium auf. Das Duo "Windminister" spielte selbst komponierte Musik auf der Akustikgitarre. Aber es ging Margit Schinkel, als sie die Veranstaltung organisierte, nicht nur darum, den Schülern exzellente Gitarrenklänge zu präsentieren. Sie wollte auch, dass der Gast von seiner Flucht aus der DDR erzählte. 1975 paddelte er mit Wegener im Schlauchboot über die Ostsee in den Westen. In der Tagesschau und den Boulevardzeitungen wurde damals darüber berichtet. "In manchen Familien wird die Zeit von damals entweder glorifiziert, verdammt oder verdrängt", sagt Lehrerin Margit Schinkel aus Erfahrung. "Es ist wichtig, zu erzählen, wie es wirklich war." Als der Beifall nach dem einstündigen Konzert verklungen war, begann Klunker mit der Bemerkung: "Ich bin früher hier zur Schule gegangen. Damals hieß sie Erweiterte Oberschule." Dann überließ er es schnell den Schülern, Fragen zu stellen. "Na los, was wollt ihr wissen", forderte er die jungen Leute auf. Die ließen sich nicht lange bitten. Warum sind Sie aus der DDR gegangen? Wie gefährlich war die Flucht? Was war anders im Westen? Geflüchtet ist Klunker damals, weil er die Gängelei in der DDR satt hatte. "Man war doch sehr eingeschränkt", sagte er. "Und außerdem waren wir jung und wollten raus und unseren Horizont erweitern, mal berühmte Musiker live erleben." Klunker war damals schon ein bekannter Gitarrist. Er spielte bei Modern-Soul, Klaus Lenz und zuletzt bei der Hansi-Bibl-Band. "Materiell ging es uns gut, aber es war zu eng, reichlich zu eng." Beim Angeln im Schlauchboot auf dem Zeesener See kam dann der Gedanke an die Flucht auf. "Wenn man drei Kilometer schafft, klappt es vielleicht bei günstigem Wind auch 30 über die Ostsee", so dachte er damals. Dass die Sache riskant war, sei ihnen klar gewesen. Trotzdem starteten sie am 11. September im Einbruch der Dunkelheit mit dem Gummiboot von der Insel Pöhl, vorbei an den Patrouillen und den Scheinwerfern, die vom Strand das Meer absuchten. 16 Stunden später landeten sie erschöpft und mit blutenden Händen in Schleswig Holstein. Von Badegästen wurden sie am Strand in Dahme empfangen. Ein paar Tage später waren sie wieder in Berlin, aber auf der anderen Seite der Mauer. "Ich musste wieder von vorn anfangen. Man kannte mich ja nicht", erzählt der Gitarrist über den Start. Aber er genoss die Freiräume und widmete sich ganz der akustischen Gitarrenmusik - ohne Verstärker und Lautsprecher. "Ich habe meine Flucht nie bereut", sagte er den Schülern und beantwortete noch die Frage nach der Bandbezeichnung "Windminister": "Das hat auch mit unserer Flucht über die Ostsee zu tun und dem Wind, der dabei eine große Rolle spielte." Der dramatische Kampf mit den Wellen wurde auch in der neuen CD "Bootsmann" verarbeitet, die auf einem Konzert am 5. November, 17 Uhr, im Volkshaus Wildau vorgestellt wird. Zum Schluss gab es für die Schüler in der Aula des Gymnasiums noch eine musikalische Zugabe. "Soll es etwas Leises oder etwas Lautes sein", fragte Klunker vorher in die Runde. Einhelliger Wunsch: Etwas Lautes. |
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| Interview, RBB Kulturradio Dieses Interview führte der Redaktionsleiter Michael Seyfert mit Eberhard Klunker in der Sendung Playground ( Erstausstrahlung am 23.11.2005 ) M. Seyfert: Guten Abend und herzlich willkommen zum Playground. Es begrüßt Sie Michael Seyfert. Und im Studio begrüße ich heute Eberhard Klunker. Und um dessen neue CD Bootsmann geht es hier bis Mitternacht. Eberhard Klunker und Olaf Wegener sind Windminister, ein Gitarrenduo der dritten Art, finde ich. Wir hören jetzt erst mal was, Monk 3 heisst das Stück, hat das irgendwas mit Mönchen zu tun ? E. Klunker: Jein, mit Monk, mit Mönchen, ja hat schon etwas damit zu tun, ist schon richtig. M. Seyfert: Wir lassen uns überraschen. ---------------------------------------------------------- M. Seyfert: Ja, Eberhard Klunker, das ist alles akustisch ? E. Klunker: Das ist rein akustisch, da ist gar nichts mehr nachbearbeitet, gar nichts mehr manipuliert. Wir sind da sehr dokumentarisch herangegangen, nur ein Mikrofon, in Stereo in dem Falle, was alles aufnimmt, die ganze Musik mit Nebengeräuschen, mit Raum, mit allem, völlig unverfälscht. Wir haben da nichts mehr gemacht, so wie Kompressor und was so gemacht wird, das haben wir alles weggelassen um die Dynamik und die Natürlichkeit der Musik so zu erhalten. M. Seyfert: Das ist eine Liveaufnahme ? E. Klunker: Das ist im Grunde genommen eine Liveaufnahme, aber im dem Fall ohne Publikum. Wir hatten uns einen Raum gemietet und das dort dann aufgenommen. M. Seyfert: Und ist das alles improvisiert oder gibt es da Strukturen die vorgegeben sind ? E. Klunker: Ja es ist viel vorgegeben, es sind vielleicht 20 Prozent improvisiert bei unserer Musik, das meiste ist doch komponiert. M. Seyfert: Es gibt ja auch ein Stück auf der CD Bootsmann, das heißt " Der Jazzdenker" , denkt man sich die Musik, wie entsteht sie oder fühlt man das. E. Klunker: Ja, der Jazzdenker ist mehr so die Vorstellung von Jemandem der gerade an Jazz denkt. Da kam dann irgendwie dieses Thema mit rein. Das ist von meinem Partner Olaf Wegener, da müssten wir den mal fragen, wie er genau darauf gekommen ist. Jedenfalls hat er sich da jemand vorgestellt, der gerade an Jazz denkt, und so ist das entstanden. Es ist ja auch nicht direkt Jazz im klassischen Sinne. M. Seyfert: Es ist ja überhaupt bei euch so, daß ihr aus allen Bereich, das was man so Fusion nennt ...Wir hören mal den Jazzdenker. ----------------- M. Seyfert: Der Jazzdenker war das, von der CD Bootsmann von Windminister und Windminister sind Olaf Wegener und Eberhard Klunker. Eberhard Klunker ist hier im Studio. Bootsmann - wenn man sich die CD anguckt, da ist ein Meer drauf und ein kleines rotes Schlauchboot. Das sind ja auch autobiografische Bezüge, ich sag es mal vorweg, 1975 seid ihr beide, Eberhard Klunker und Olaf Wegener aus der DDR mit dem Schlauchboot aus der DDR über die Ostsee geflüchtet. Republikflucht hat man das damals genannt. 30 Jahre dannach, ist das jetzt sozusagen ein Jubiläum, was auch begangen wird ? E. Klunker: Ja das fällt jetzt gerade in diese Zeit, das Jubiläum, das ist richtig, 30 Jahre,aber es hat auch wie schon gesagt einen autobiografischen Bezug. Bootsmann, der Titel der bringt ein bisschen diese Stimmung rüber, es ist ein längeres Stück was jetzt hier in der Sendung nicht vorkommt, es bringt die Stimmung rüber, die da auf der Ostsee eben war. Es ist ja schon ein tolles Gefühl, wenn man mit einem kleinen Boot, quasi nicht hochseetüchtig, kein Land mehr sieht und das mitten in der Nacht. Dann hat das schon so eine Weite und so eine Stimmung und die ist auch in der ganzen Platte auch ein bisschen drin. M. Seyfert: Das ist ja auch gefährlich . E. Klunker: Das ist auch gefährlich, ja das ist richtig. M. Seyfert: Man konnte beschossen werden oder konnte kentern. E. Klunker: Beschossen werden, wäre ja ein bischen sehr brutal, aber man hätte uns zumindest da auffangen können. Da waren ja so Patrouillenboote und Scheinwerfer. Das wurde eben alles streng bewacht, es war schon gefährlich, das ist schon richtig. M. Seyfert: Und ihr beide wart ja auch in der DDR eigentlich bekannte Musiker, habt bei verschiedenen Bands gespielt, die damals wirklich einen Namen hatten, Hansi Biebl Bluesband zu Schluß. War das musikalisch zu eng geworden ? E. Klunker: Nicht unbedingt musikalisch zu eng, es war einfach von der ganzen Atmosphäre her sehr eng, man wurde ja gegängelt, man wurde in eine bestimmte Richtung gedrängt. Zum Beispiel die Hansi Biebl Band stand ja unter ziemlichem Druck, wir hatten enormen Erfolg mit Livekonzerten, man wollte uns aber von diesem Kommitee für Unterhaltungskunst in die Richtung deutschsprachige Sachen drängen, um dann eben dieses Wohlfühl - Streichelgefühl in der DDR zu verbreiten. Da waren wir uns dann zu schade für, das haben dann andere auf ihre Fahnen geschrieben. Und es hätte auch zu der Musik die wir damals gemacht haben wirklich nicht gepasst. Es war eben eine gewisse Unerhrlichkeit in dieser ganzen Sache damals, das war jetzt auch der Hauptgrund warum wir uns gesagt haben, raus aus der Enge und wir suchen da mal ganz was anderes. Und es war auch im Grunde genommen richtig so. M. Seyfert: Und Windminister, so nennen Sie sich ja, dieses Gitarrenduo, ist dann 1980 entstanden, erst mal anders, mit anderen Ex-DDR Musikern. E. Klunker: Ja, das waren von der Renft - Combo, der Monster, der Sänger Thomas Schoppe, Christiane Uffholz und Klaus Renft selbst. Wir hatten da versucht eine Band zu starten, das hat sich dann aber nicht bewährt weil wir technische Probleme auch hatten. Das wir die Musik, die eigentlich schon von der akustischen Gitarre her gedacht war, nicht elektrifizieren konnten mit den damaligen technischen Möglichkeiten. Und dann haben wir dann das Handtuch geschmissen, weil es dann doch nicht so klang wie wir uns das vorgestellt haben. Aber es war halt ein Versuch damals. M. Seyfert: Und der Name Windminister ist geblieben und das sind jetzt Eberhard Klunker und Olaf Wegener. E. Klunker: Ja das sind wir jetzt und das machen wir jetzt schon eine ganze Weile. M. Seyfert: Wir hören jetzt mal das nächste Stück, wieder Monk, Monk 4. --------------------------------------------------------------------------------------------------------- M. Seyfert: Ist das jetzt alles improvisiert gewesen ? E. Klunker: Das war alles 100 Prozent improvisiert, dieses Stück. M. Seyfert: Und die Slide-Gitarre war da auch mit drin. E. Klunker: Die war da auch mit drin. Diese langen Töne, diese geigenartigen Töne, die gehen auch mit einer bestimmten Resonanz mit der Slide-Gitarre. Das geht aber nur auf einer Gitarre, die der Olaf hat. M. Seyfert: Also man staunt wirklich, wenn man das hört, daß das so einfach nur mit einem Mikrofon ist, man denkt ja doch an Technik die dabei ist, es ist wirklich verblüffend. E. Klunker: Ja, die Musik wird ja vor dem Mikrofon gemacht und wenn es so funktioniert, wenn die Instrumente selber schon die Töne hervorbringen, warum soll man dann hinterher noch was daran verändern. Es würde ja auch keiner auf die Idee kommen an eine Stradivari Geige jetzt da groß noch herumzuschrauben. Die klingt wie sie klingt, oder ein guter Flügel. Und eine Akustikgitarre könnte das ja irgendwie auch mal für sich beanspruchen. M. Seyfert: Und das Ganze ist auch ein audiophiler Leckerbissen, ist dann bei Pauler - Acoustics auch abgemischt worden. Und es gibt auch Pläne, was Neues zu machen, noch audiophiler,wenn man so will. E. Klunker: Ja, wir sind schon dabei, wir wollen also die nächste, es ist ja eine SACD die wir haben, Super Audio-CD, im DSD-Verfahren, das eine etwas hochauflösendere Technik als die bisher schon seit 25 Jahren bekannte CD - Technik. Und jetzt das nächste soll Surround werden, also Fünfkanal - Aufnahme und Wiedergabe. Und das werden wir dann wahrscheinlich auch wieder in dieser Weise abmischen dann bei Günter Pauler. M. Seyfert: Und Livekonzerte ? Ja, machen wir auch, wir haben jetzt vor zwei Tagen zwei gemacht, spätere Termine die sind immer auf unserer Website www.windminister.de, da sind immer Termine für Livekonzerte zu finden. Man kann sich auch in einen e-Mail - Verteiler eintragen, wer da interessiert ist, kriegt dann eine e-Mail wenn ein Konzert ist im Berliner Raum ist. M. Seyfert: Am besten Sie sagen noch mal die Adresse: E. Klunker: Ja, windminister.de, ganz einfach. M. Seyfert: Windminister, das sind Olaf Wegener und Eberhard Klunker, Bootsmann heisst die CD, von der Sie heute Abend hier etwas gehört haben. Eberhard Klunker im Studio, Vielen Dank für den Besuch bei uns. Mein Name ist Michael Seyfert und wir hören noch ein Stück " Down On My Knees". Das ist auch improvisiert, oder ? Eberhard Klunker: Zum großen Teil, ja. -------------------------------------------- |
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